Bienenfreundliche Gärten

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Neben den Honigbienen gibt es in Deutschland etwa 560 weitere Wildbienenarten. Dazu zählen beispielsweise die Hummeln. Die Wildbienen unterscheiden sich in Aussehen und Größe von den Honigbienen. Und auch untereinander sind sie verschieden: Es gibt Spezialisten, die nur eine einzige Pflanzenart anfliegen, es gibt zudem viele Arten, die einzeln leben und alleinerziehend sind.

Was aber Honig- und Wildbienen eint, ist ihr Beitrag als Bestäuberinsekten. Zu diesen zählen auch Schmetterlinge, Wespen, Hornissen und Fliegen, aber ein Großteil der Wild- und Kulturpflanzen wird von Bienen bestäubt. Alle Bienen fliegen auf Blüten und sammeln Nektar und Pollen. Dabei sorgen sie dafür, dass die Pflanzen befruchtet werden sowie Früchte und Samen ausbilden können. Etwa ein Drittel der Nahrungsmittel weltweit könnte sich nicht ausbilden, wenn Bienen völlig fehlen würden.

Blüten für die Bienen

In eigentlich jedem Garten, sei er noch so klein, gibt es Potenzial, etwas Gutes für Bienen, Hummeln und Co. zu tun. Ablegen sollte man zunächst die Angst vor den Insekten. Diese sind in den meisten Fällen harmlos und ungefährlich. Vielleicht hilft es, sich deutlich zu machen, dass beispielsweise Wespen schädliche Insekten wie Blattläuse und Raupen vertilgen, die so manchen Gärtner ärgern.

Grundsätzlich sollte man bei der Auswahl der Pflanzen auf ungefüllte Blüten achten. Nur diese bieten den Bienen den lebensnotwendigen Pollen und Nektar. Bei gefüllten Blüten ist für sie zumeist nichts zu holen. Insbesondere einheimische Sträucher bieten sich für bienenfreundliche Neupflanzungen an. Dazu zählen beispielsweise Haselnuss, Schlehe, Pfaffenhütchen, Heckenrose oder Weißdorn. Als Kletterpflanzen eignen sich besonders wilder Wein, echtes Geißblatt, Clematis oder Wicken.

Besonders beliebt bei Bienen ist die Phacelia, umgangssprachlich auch als Bienenfreund, Bienenweide oder Büschelblume bezeichnet. Ihre hellblauen bis blauvioletten Blüten bieten ein reichliches Angebot an Pollen und Nektar. Hinzu kommt, dass sie über einen langen Zeitraum blüht - und damit den Insekten Nahrung bietet: von Juni bis Ende September. Ursprünglich stammt die Phacelia aus dem Südwesten der USA, wurde aber bereits vor mehr als 100 Jahren nach Europa gebracht. Sie wächst auf mageren Böden und übersteht auch Trockenperioden ohne Probleme.

Blühende Stauden

Stauden und Sommerblumen eignen sich ebenfalls für einen bienenfreundlichen Garten. Sie bringen zudem mit ihren bunten Farben Leben in den Garten - und sind auf Dauer gesehen meist pflegeleicht.

Dabei sollte man nicht zu eng pflanzen - die meisten Stauden entwickeln sich im Laufe der Jahre. Dann sollten sie immer noch ausreichend Platz haben. Zu groß werdende Stauden können vielfach auch ganz einfach geteilt werden. Die so entstehenden Ableger entweder wieder einpflanzen oder an andere Gartenfreunde verschenken.

Man sollte außerdem keinen Rindenmulch verwenden, da die Gerbstoffe der Rinde wachstumshemmend wirken. Besser sind Grünschnitt, Laub, Kompost oder Kies.

Während man viele Stauden nach der Blüte zurückschneiden sollte, um eine erneute Blüte anzuregen, ist ein genereller Rückschnitt im Herbst nicht anzuraten. Viele Insekten nutzen die trockenen Stängel, um dort zu überwintern.

Zu den bei Insekten beliebten Stauden zählen beispielsweise Akelei, Astern, Rittersporn oder Schafgarbe. Für den Balkonkasten bieten sich meist keine Stauden an, aber man kann trotzdem die klassische Geranie durch bienenfreundlichere Varianten ersetzen. Dazu zählen beispielsweise Kapuzinerkresse, Löwenmäulchen, Verbene oder niedrige Strohblumen. Auch Männertreu, Goldlack oder Wandelröschen bieten sich an.

Weitere Hilfen für die Bienen

Ein grüner Zierrasen mag zwar manchen Menschen erfreuen, er ist allerdings nicht nur äußerst pflegeaufwändig, sondern auch eine grüne Wüste für Bienen, Hummeln und Co. Eine Wiese mit Kräutern und Blumen hingegen bietet den Insekten viel Nahrung. Insbesondere die bei vielen Gärtnern verhassten "Unkräuter" wie Löwenzahn, Klee oder Gänseblümchen sind bei den Insekten beliebte Nektarspender - und das schon früh im Jahr.

Im Sommer bietet sich ein Kräuterbeet an, in dem z.B. Thymian, Ysop, Bohnenkraut, Oregano, Lavendel und Salbei wachsen - und blühen.

Ähnlich wie Vögel freuen sich auch Bienen über eine flache Wasserschale, aus der sie trinken können. Wer ein paar Kieselsteine an den Rand legt, erleichtert den Insekten das Aussteigen.

Neben den Honigbienen, die nach dem Nektarsammeln in ihren Stock zurückfliegen, sind auch viele Wildbienen unterwegs. Für diese kann man ein Insektenhotel aufhängen oder ein spezielles Wildbienenhotel bauen.

Besonders wichtig sind kleine Schlupflöcher, z.B. in hohlen Bambusrohren oder aufgestapelten kleinen Ästen. Auch Ziegel mit Löchern bieten Unterschlupf für Wildbienen, Florfliegen oder Marienkäfer.

Weitere Informationen zu bienenfreundlichen Pflanzen bietet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit einem Pflanzenlexikon und einer Bienen-App, in denen sich vielfältige Hinweise zu den beliebtesten Balkon- und Gartenpflanzen finden.