Der Kälte trotzen

Foto: designed by freepik

Der Mensch stammt aus Afrika, sagen die Evolutionsforscher. Er ist nicht für die winterliche Kälte Europas "gebaut", das merken wir Jahr für Jahr. Wir zeigen, wie Sie sich gegen die Kälte schützen und gesund bleiben können.

Kälte, Nässe und andauernde Temperaturwechsel zwischen geheizten Innenräumen und der ungeheizten Außenwelt machen dem Körper zu schaffen. Sibirische Temperaturen machen keinen Spaß.

Vor einiger Zeit haben sich die Wetterfrösche etwas ausgedacht, um uns die kalte Jahreszeit noch kälter erscheinen zu lassen: die "gefühlte Temperatur". Doch was hat es damit auf sich? Die von den Wetterdiensten gemessene Temperatur bezieht sich auf eine "Standardumgebung": tiefer Schatten (z.B. im Wald), kaum Wind. Doch meist steht man nicht im Wald, und oft weht auch eine richtig "steife Brise".

Die "gefühlte Temperatur" sagt nun, welche Temperatur im tiefen Wald bei Windstille herrschen müsste, um einem erwachsenen Mann von 75 kg die gleiche Kälte- oder Wärme-Empfindung zu verursachen wie das tatsächliche Wetter.

Bei starkem Wind, der dem Körper viel Wärme entzieht, sinkt die gefühlte Temperatur schnell ab. So fühlt sich bei einem Wind von 30 km/h (etwa Windstärke 4, das kann auch der Fahrtwind beim Skifahren sein) eine Standard-Temperatur von –2 °C bereits wie –16 °C an.

Da bleibt man doch lieber zu Hause. Für viele Menschen ist der Winter am schönsten, wenn sie drinnen im Warmen sitzen. Falls Sie sich dennoch vor die Tür wagen wollen, haben wir ein paar Tipps, wie Sie typische Kälteprobleme lindern können.

Problem: kalte Füße

Wenn es kalt wird, drosselt der Körper als erstes die Durchblutung in den äußeren Regionen. Dazu gehören, neben der Nase und den Ohren, auch die Finger und Zehen.

Kommen dann noch enge oder gar nasse Strümpfe, zu leichte oder zu enge Schuhe dazu, wird die Auskühlung bzw. die mangelnde Durchblutung noch verstärkt.

Kalte Füße sind nicht nur unangenehm, sie beeinträchtigen auch direkt die Abwehrkraft der Atemwege. Wenn die Füße doch einmal kalt geworden sind, probieren Sie es einmal hiermit:

  • Ein warmes Fußbad, mindestens eine Viertelstunde bei 38 °C, wärmt die Füße wieder auf. Anschließend gut abtrocknen und warme Socken anziehen.
  • Als wärmende Badezusätze bieten sich an: Senfmehl (1 TL, Vorsicht jedoch bei empfindlicher oder entzündeter Haut), Zimtöl (3 Tropfen mit etwas Honig oder Milch vermischt), Rosmarin (kreislaufanregend) oder Heublumen. Lassen Sie sich von uns bei der Auswahl beraten.
  • Besonders gut ist ein ansteigendes Fußbad: bei ca. 35 °C beginnen, allmählich heißes Wasser zugießen, bis die Temperatur nach 15 Minuten ca. 39 °C beträgt.
  • Es gibt auch spezielle Fußcremes, die die Durchblutung fördern.

Sollten Sie ständig unter kalten Füßen leiden, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Es könnte auch eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken.

Problem: angegriffene Haut

Schweiß- und Talgproduktion der Haut werden im Übermaß als unangenehm empfunden, doch sie haben eine wichtige Funktion: Durch die abgesonderten Substanzen wird die Haut gepflegt.

Bei niedrigen Temperaturen produziert die Haut jedoch keinen Schweiß mehr, um nicht weiter auszukühlen. Ab ca. 8 °C stellt sie auch die Talgproduktion ein.

Dadurch ist die Haut entsprechend schlechter gepflegt und geschützt. Zudem wird sie durch Heizungsluft stärker ausgetrocknet, auch die kalte Winterluft ist sehr trocken. Deshalb müssen Sie im Winter selbst nachhelfen.

Vor allem die Hautpartien, die der Kälte direkt ausgesetzt sind, also Gesicht und Hände, sollten mit einer fetthaltigen Creme gepflegt werden. Insbesondere die empfindliche Haut der Lippen braucht besonderen Schutz.

Für Wintersportler gibt es spezielle Kälteschutzsalben, die überhaupt kein Wasser enthalten. Sie müssen allerdings wieder entfernt werden, wenn man nach drinnen geht.

Langes Duschen oder Baden, insbesondere bei hohen Temperaturen, trocknet die Haut aus. Vermeiden Sie dies möglichst und verwenden Sie rückfettende Pflegeprodukte, um die Haut nicht zu sehr zu strapazieren.

Stark gegen Kälte

Härten Sie sich rechtzeitig ab, um mit dem Winter fertig zu werden. Gehen Sie regelmäßig nach draußen - gut eingepackt natürlich.

Sauna und Wechselbäder bzw. Wechselduschen machen den Körper fit für die ständigen Temperaturwechsel. Wechselwarme Fußbäder (ca. 1 Minute warm, 5 Sekunden kalt; manchmal werden auch 3 Minuten warm und 30 Sekunden kalt empfohlen) können kalten Füßen vorbeugen.

Damit Sie der Eiseskälte gewachsen sind, im Folgenden ein paar Tipps:

  • Trinken Sie immer ausreichend. So bleibt Ihr Blut dünnflüssig und kann auch die entlegenen Körperregionen gut versorgen. Außerdem wird die Haut von innen mit Feuchtigkeit versorgt. Warme Kräutertees bieten sich jetzt an.
  • Alkohol ist zwar ein beliebtes, aber kein gutes Getränk gegen die Kälte. Er weitet die Blutgefäße, sodass der Körper noch mehr Wärme verliert, und er beeinträchtigt das Kälteempfinden: Man kühlt aus, ohne es zu merken.
  • Tragen Sie im Winter immer ausreichend warmes Schuhwerk. Achten Sie auf eine ausreichend dicke Sohle, um die Kälte von unten abzuhalten.
  • Kaufen Sie Winterschuhe bzw. Stiefel lieber etwas zu groß, damit Sie ein Luftpolster haben und auch dicke Socken oder eine wärmende Einlegesohle tragen können.
  • Für Wintersportler gibt es im Fachhandel spezielle Fußwärmer. Taschenwärmer helfen gegen kalte Finger.
  • Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung von Händen und Füßen.
  • Scharfe Gewürze (Ingwer, Pfeffer, Chili) fördern die Durchblutung und wärmen von innen.